Kanadische Farblehre: Von Smaragdgrün bis Garibaldiblau
Hello again! Nach einer etwas längeren Pause melde ich mich wieder bei Dir. In der Zwischenzeit ist jede Menge passiert – aber eins nach dem anderen. Wir starten am Anfang des Sommers. Und zwar in Alberta. Nach der Stampede im Juli ging es mit meinem neuen Travelbuddy in Richtung Berge: In die Rocky Mountains! In diesem Beitrag möchte ich Dir die Schönheit dieser Region ein bisschen nach Hause bringen und erzähle von meinen liebsten Ausflügen auf unserer Reise von Calgary nach Vancouver. 🏔️
Fun Fact: Kanada hat mehr als 2 Millionen Seen und beherbergt damit ungefähr 60% der natürlichen Seen weltweit. Kein Wunder also, dass Du in diesem Beitrag von einigen dieser wunderschönen Seen lesen wirst. Viel Spaß! 💛




Unser erstes Ziel war der Yoho National Park. Dafür überquerten wir immer mal wieder die Provinzgrenze zwischen Alberta und British Columbia, da unsere Unterkunft in Golden lag. Wir bewohnten ein ganz süßes Apartment im Dachgeschoss eines Holzhauses. Von hier aus erkundeten wir die Gegend und eine unserer Lieblingswanderungen führte uns von den Takkakaw Falls, dem zweithöchsten Wasserfall Kanadas, weiter zu den Laughing Falls. Dort angekommen, picknickten wir und bekamen prompt Gesellschaft von einem kleinen Streifenhörnchen. Die flitzen hier überall herum! Offenbar hatte unser kleiner Kumpel einen super Riecher und roch unseren Proviant sogar durch den Rucksack hindurch. Erwartungsvoll wurde sogar eine kleine Pfote danach ausgestreckt. Ganz schön neugierig. Und so süß!
Auch die Wapta Falls haben uns beeindruckt: 18 Meter hoch und unglaubliche 107 Meter breit – ein tolles Naturschauspiel!
Ein weiteres Highlight war der Emerald Lake mit seiner leuchtend smaragdgrünen Farbe. Wir wanderten einmal um den See und können sagen: Das Wasser sieht aus jedem Winkel so wundervoll aus! Leider war die Sicht auf die umliegenden Bergketten durch den Rauch, der im Juli stark zunehmenden Waldbrände, eingeschränkt. Generell wurde das regelmäßige Checken der lokalen Wildfire-Service-Website zu einem festen Bestandteil unserer Routine… Mir fiel es ehrlicherweise nicht so leicht, damit umzugehen. Aber es gehört hier leider jedes Jahr im Sommer dazu. Unsere Route mussten wir deshalb sogar spontan noch anpassen, da in der Nähe von Kamloops ein unfassbar großes Feuer tobte. Der Rauch zog kilometerweit bis zu uns in die Rocky Mountains. Verrückt. Das live mitzuerleben ist doch nochmal etwas anderes als die Bilder zu Hause in den Nachrichten zu sehen. Wir haben also unsere Pläne angepasst und das Beste daraus gemacht – und die Rocky Mountains haben uns mit ihrem ganz einzigartigen Charme (trotz sporadisch eingeschränkter Sicht) völlig in ihren Bann gezogen!




Wenn wir über Highlights sprechen, darf der Lake Louise auf keinen Fall fehlen. Unser Wecker klingelte um 4 Uhr morgens. Dick eingemummelt ergatterten wir einen der begehrten Parkplätze und warteten darauf, dass die ersten Sonnenstrahlen die Berggipfel zum Leuchten brachten. Die Spiegelung der Berge im spiegelglatten Wasser war atemberaubend schön – ein echter Marmeladenglasmoment! Dafür hat sich das frühe Aufstehen definitiv gelohnt.
Anschließend ging es hoch hinaus – der Big Beehive Trail wartet auf uns. Vorbei am Mirror Lake wanderten wir weiter zum Lake Agnes, der für mich fast noch schöner als der berühmte Lake Louise war. Der alpine Bergsee liegt wundervoll eingebettet in einem Hochtal und die Farben waren surreal. Wir bekamen das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Und als wäre der Ausblick nicht schon allein schön genug, hatte jemand sogar seine Gitarre mit nach oben genommen und spielte am Rande des Sees ein paar Melodien vor sich hin. Toll! Als wir dann später wieder unten am Parkplatz ankamen, war die Fläche von Touristen überflutet und man konnte sich kaum noch frei bewegen. Unser Fazit: Früh aufstehen lohnt sich – und der längere Wanderweg definitiv auch! 🐝




Bei einem Blogeintrag über die Rocky Mountains darf natürlich auch der Icefields Parkway nicht fehlen. Eine 232 Kilometer lange Panoramastraße, die den Lake Louise mit Jasper verbindet. Und unterwegs gibt es einiges zu entdecken: Das größte Eisfeld südlich des Polarkreises, gewaltige Gletscher, eindrucksvolle Wasserfälle und unzählige türkisfarbene Seen.
Einer davon ist der berühmte Peyto Lake. Der Gletschersee hat uns mit seiner leuchtenden Farbe fasziniert (Foto rechts, es ist kein Filter auf dem Foto, es sah wirklich so aus). Die verrückte Farbe entsteht durch sogenanntes „Rock Flour“, also fein gemahlenes Gesteinsmehl. Das Schmelzwasser des Gletschers trägt die kleinen Gesteinspartikel dann in den See, wo sie das Sonnenlicht brechen und für diese fast schon unrealistisch wirkende Farbe sorgen.




Im Mount Robson Provincial Park erwartete uns eine sportliche Herausforderung: Der Berg Lake Trail. Lustigerweise hatte mein Papa mir zuvor noch von dieser einen mega krassen Wanderung erzählt, die er vor vielen Jahren mit einer Wandergruppe in Kanada an nur einem Tag gelaufen ist – rund 44 Kilometer und über 1.000 Höhenmeter. Respekt! Wir dachten uns deshalb: Okay, dann suchen wir uns lieber eine etwas kürzere Strecke. Gesagt, getan – auf AllTrails suchten wir uns die kürzere der beiden Strecken aus. Easy. Ausschlafen ist auch noch drin.
Joa… Was wir dabei nicht bedacht hatten: Vom Parkplatz bis zum eigentlichen Startpunkt kamen dann noch einmal 6 Kilometer hin (und 6 Kilometer zurück) dazu – die waren nämlich NICHT in der angegeben Wanderung inkludiert. Ups. Also sind wir einfach losgelaufen und irgendwann kam dann die Erkenntnis: Das ist doch GENAU DIESER WANDERWEG, den Papa damals gelaufen ist. Bis ganz nach oben haben wir es somit leider zeitlich nicht mehr geschafft. Dafür haben wir etwas mehr Zeit beim Kinney Lake auf halber Strecke verbracht. Das Wasser war so klar und türkisblau, dass ich am liebsten direkt hineingesprungen wäre. Super schön! Das Panorama war so toll und abwechslungsreich, dass dieser Weg definitiv zu meinen liebsten Wanderungen auf dem Trip gehört. Irgendwann würde ich gerne nochmal den gesamten Weg bis ganz nach oben laufen. Und dann sind wir vorbereitet. 😄




Das Beste kommt zum Schluss: Ich habe eine neue Lieblingsfarbe. Garibaldiblau. Die 20 Kilometer lange Wanderung zum Garibaldi Lake ist für mich ein absolutes Muss, wenn man im Garibaldi Provincial Park unterwegs ist. Zu Beginn hing noch dichter Nebel im Wald. Sehr mystisch. Eine Freundin meinte daraufhin, es sehe auf Fotos ein bisschen wie das Cover von Taylor Swifts Folklore aus. Oben angekommen erwartete uns dann allerdings strahlend blauer Himmel. Die Sonne kam sogar etwas durch und ließ den See in diesem unglaublichen Blau leuchten. Und wow… Da fehlen mir die Worte, so schön war’s!
Wer noch ein paar spannende Fakten über diesen besonderen See erfahren möchte, kann sich „6 Awesome Things About Garibaldi Lake“ anschauen. Ich sage nur so viel: Es handelt sich um einen natürlichen Lavadamm. Wie cool ist das denn?!
Für uns war der Garibaldi Lake jedenfalls der perfekte Abschluss unseres Roadtrips von Calgary nach Vancouver. Und gleichzeitig ein ganz toller Start in die gemeinsame Reisezeit. Denn das war erst der Anfang von einem unvergesslichen Sommer. 💛
4 Kommentare zu „Kanadische Farblehre: Von Smaragdgrün bis Garibaldiblau“
Wow. Was für eine Fortsetzung des Travelbooks. Ich bin hin und weg. So tolle Erlebnisberichte und fantastische Fotos, dass ich mich fühlte, als wäre ich das dritte Rad am Wagen gewesen. Werde den Beitrag bestimmt noch ein paar mal lesen. 🫶🏼🫶🏼❤️🤗
Du warst ja sozusagen auch dabei. Nur ein paar Jahre vorher. 😀
Diese Farblehre ist sensationell und, das was ihr gesehen und erlebt habt ist ja etwas, was immer in eurem Herzen bleiben wird ❤️Das Schöne ist ja auch, dass ihr für eure Anstrengungen mit tollen Blicken belohnt wurdet…. Das muss man erstmal schaffen💪🏻🙃und wir hier profitieren natürlich davon😃Danke für‘s Teilen😃
💛💛💛